Das Sternbild Löwe als Frühlingsbote
Das Sternbild Löwe (Leo) gehört zu den markantesten Erscheinungen am Frühlingshimmel und bietet sowohl für das bloße Auge als auch durch das Teleskop spektakuläre Objekte.
Markante Sterne und Konstellationen
- Regulus (Alpha Leonis):
Der hellste Stern im Löwen, auch „kleiner König“ genannt. Er liegt fast exakt auf der Ekliptik, weshalb er regelmäßig vom Mond oder Planeten bedeckt wird. Mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 1,2 Millionen km/h ist er einer der am stärksten abgeflachten Sterne. - Algieba (Gamma Leonis):
Ein prachtvoller Doppelstern, der bereits in kleineren Teleskopen in eine goldgelbe und eine grünlich-gelbe Komponente aufgelöst werden kann. - Die Sichel:
Ein markanter Asterismus (Sternenmuster), der den Kopf und die Mähne des Löwen formt und wie ein umgedrehtes Fragezeichen aussieht.
Deep-Sky-Highlights (Galaxien)
Der Löwe ist berühmt für seine Fülle an weit entfernten Galaxien.
- Leo-Triplett (M66-Gruppe):
Eine der bekanntesten Galaxiengruppen für Hobbyastronomen. Sie besteht aus den drei Spiralgalaxien M65, M66 und NGC 3628 (die „Hamburger Galaxie“), die so nah beieinander liegen, dass sie oft gemeinsam im Teleskopbeobachtet werden können. - M96-Gruppe:
Etwas westlich des Tripletts befindet sich eine weitere Gruppe mit den Galaxien M95, M96 und M105.
Jährliche Ereignisse
- Leoniden-Meteorschauer: Jedes Jahr im November (Maximum um den 17.11.) scheinen Sternschnuppen aus dem Radianten im Löwen zu entspringen. Alle 33 Jahre kann dieser Schauer zu einem regelrechten Meteorsturm mit hunderten Sternschnuppen pro Stunde anschwellen.
- Frühlingsdreieck: Gemeinsam mit Arcturus (Bärenhüter bzw. Rinderhirte) und Spica (Jungfrau) bildet Regulus das berühmte Frühlingsdreieck, das zur Orientierung am Nachthimmel dient.
Mythologie
Das Sternbild Löwe (lat. Leo) ist in der griechischen Mythologie als der Nemëische Löwe bekannt. Es terrorisierte die Gegend um Nemea auf der Peloponnes. Eine unverwundbare Bestie, die von Herakles (Herkules) in seiner ersten Heldentat erwürgt wurde. Der Löwe gilt als Sohn von Echidne und Orthos und wurde aufgrund des Kampfes von Zeus als Sternbild am Himmel verewigt.
Der Mond im April:
- Do. 2. April Vollmond (bei Spica)
- Mo. 6. April Mond bei Antares (Mitternacht)
- Fr. 10. April Mond im letzten Viertel
- Fr. 17. April Neumond
- So. 19. April Mond bei Venus
- Mi. 22. April Mond bei Jupiter (Mitternacht)
- Fr 24. April Mond im ersten Viertel
- Sa. 25. April Mond bei Regulus
Planeten im April:
- Venus (der Abendstern):
Sie ist das strahlende Highlight im Westen kurz nach Sonnenuntergang. Sie wandert vom Widder in den Stier und gewinnt im Monatsverlauf an Höhe. Besonders sehenswert ist die Begegnung mit der schmalen Mondsichel und den Plejaden um den 18. und 19. April. - Jupiter:
Er ist nach der Venus das hellste Objekt und beherrscht die erste Nachthälfte im Sternbild Zwillinge. Jupiter ist fast die ganze Nacht bis nach Mitternacht sichtbar, zum Monatsende geht er aber immer früher unter. - Merkur:
Obwohl er am 4. April seinen größten Abstand zur Sonne erreicht, ist er von Deutschland aus am Morgenhimmel kaum zu sehen. Die flache Ekliptik am Morgen sorgt dafür, dass er meist im hellen Dunst der Dämmerung verschwindet. - Mars und Saturn:
Beide Planeten tauchen erst zögerlich am Morgenhimmel auf. Sie stehen sehr tief am Südosthorizont in der hellen Morgendämmerung und sind daher ohne optische Hilfsmittel kaum auszumachen. - Uranus und Neptun:
Uranus verabschiedet sich im April vom Abendhimmel; am 23. April kommt es zu einer engen Begegnung mit der Venus, die aber nur im Teleskop zu beobachten ist. Neptun bleibt aufgrund seiner Sonnennähe und geringen Helligkeit unsichtbar.
