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Dez 29

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Vortrag von Frau Dr. Anne Wellbrock

Der Vortrag von Frau Dr. Wellbrock war so gut besucht, dass der kleine Vortragsraum neben der Kasse in der Phänomenta bis auf den letzten Platz gefüllt war. Und es hat sich gelohnt! Es war ein lebhafter Dialog mit den Zuhörern, es sprang eine Begeisterung von Frau Dr. Wellbrock über, das war einfach toll! Ich hatte den Eindruck, dass sie ihren Job mit Leidenschaft ausübt.

Sie hat uns ihre drei Themen „Exomars“, „Rosetta“ und „Titan“ in für auch nicht astronomisch bewanderte Zuhörer verständlicher und Begeisterung auslösender Weise dargeboten.

Exomars teilt sich in zwei Missionen:

Eine Sonde umkreist den Mars in seinem Orbit und untersucht die Atmosphäre vom Mars. Die erste Aufgabe war das Absetzen eines kleinen Landers, der auf dem Mars landen sollte. Sinn dieses Experiments war vor allem, eine neue Software für Landungen zu testen. Der Lander ist leider auf dem letzten Stück abgestürzt, weil die Software ihm suggeriert hat, er wäre am Boden – war er aber noch nicht. Das Experiment ist insofern gelungen, dass alle Abläufe, die automatisch ablaufen sollten, auch reibungslos funktioniert haben. Der Fehler lag in der Software, die fälschlicherweise zu früh suggerierte oder festgestellt hat, dass der Lander schon Bodenkontakt hat, was noch gar nicht der Fall war und daher Abläufe zu früh eingeleitet wurden. Mehr Aufgaben hatte der Lander nicht, außer einem kleinen Experiment am Boden.

Die zweite Mission wird ein Landrover sein, der 2020 wieder auf die bewährte Weise durch Rußland auf den Mars gebracht werden soll. Dieser Landrover soll die Oberfläche untersuchen und nach möglichem Leben suchen. Hier hofft man auf viele neue Erkenntnisse. Die Sonde im Orbit übernimmt dann auch Kommunikationsaufgaben zwischen Erde und dem Rover.

Von der Rosetta-Mission hat Frau Dr. Wellbrock als nächstes erzählt. Als erstes hat sie uns anschaulich gezeigt, wie schwierig es war, Rosetta weit genug herauszubringen. Drei Mal wurde an der Erde Schwung geholt. Den Kometen, der nur 4 km groß ist und ja fliegt, zu treffen und sich von ihm in einen Orbit einfangen zu lassen, ist eine unglaubliche Leistung der Ingenieure, die alles richtig berechnet haben. Toll! Sie hat schöne Fotos vom Kometen gezeigt. Philae, der kleine Lander, ist auf dem Kometen gelandet. Eine unglaubliche und bisher einmalige Leistung! Philae hat sich leider zwei Mal abgestoßen, weil die Anker nicht ausfuhren. Er ist aber gelandet und hat 90 % seiner Aufgaben abgearbeitet, bevor seine Batterien erschöpft waren. Die gesendeten Daten auszuwerten, wird noch Jahre dauern! Man darf gespannt sein. Klar ist, dass der Komet Wasser enthält, aber in anderer Zusammensetzung als auf der Erde. Von dieser Art Komet kam das Wasser nicht auf die Erde. Da Philae an einem Schattenplatz gelandet ist, konnte er sich nicht mehr aufladen. Es war aber eine grandiose Leistung! Ende September wurde auch Rosetta auf dem Kometen gelandet und hat hierbei noch schöne Fotos gemacht. Dort bleibt sie nun. Die Mission ist beendet, da der Komet sich von der Sonne wieder so weit entfernt, dass Rosetta nicht mehr aufgeladen werden konnte. Kometen sind so interessant, weil sie das Material aus der Entstehung unseres Sonnensystems beinhalten.

Die Cassini-Mission geht zum Saturn und ist auch hier glücklich angekommen. Frau Dr. Wellbrock interessiert sich besonders für den Mond Titan. Eine Röntgenstrahlenaufnahme zeigte ein Bild, dass der Erde sehr ähnelt. Titan hat auch Seen und Wetter, also Regen, Wolken, Seen – nur alles aus Methan! Normal kann man durch seine Atmosphäre nicht durchsehen, weil dort regelrechter Staub enthalten ist. Dieser besteht aus recht großen negativ geladenen Teilchen, welche Frau Dr. Wellbrock erforscht. Für mich war der Titan ganz neu, hierüber wußte ich noch gar nichts. Sehr spannend! Am Ende der Cassini-Mission wird Cassini in die Atmosphäre des Saturn gelenkt und wird von dem Druck zerquetscht werden. Bis dahin hofft man auf viele Daten.

Wir bedanken uns bei Frau Dr. Wellbrock für einen hochinteressanten und kurzweiligen, wunderschönen Abend! Wir wünschen ihr viele neue Ergebnisse, die sie uns dann hoffentlich Mal wieder vorstellt. Wir heißen sie jederzeit gerne wieder willkommen!

Vielen Dank an Jürgen, der diesen Kontakt und diesen Vortrag für uns gewinnen konnte!

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